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In nationalsozialistischer Zeit 1933 - 1945

 

Die Feier zum 25jährigen Bestehen der Schule hat im August 1933, also nur kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, unter dem neuen Leiter Dr. Max Vanselow stattgefunden.


Die Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges war auch für die Paulsenschule eine schlimme Zeit. Der Unterricht wurde fortan mit dem vorgeschriebenen deutschen Gruß eröffnet. Insgesamt war die "nationalsozialistische Erziehung an der Paulsen-Oberschule trotz einiger widerstrebender Elemente recht fruchtbar." Es gab aber auch Widerstand gegen das damalige Regime. So ist bekannt, dass ein Lehrer äußerte : "Ich lehre keine Parteigeschichte, ich gebe Geschichtsunterricht".

Im Jahre 1934 waren 543 Schüler an der Schule, im Jahr 1940 waren es dann schon 802 weiterhin ausschließlich männliche Schüler, die von 33 Lehrern unterrichtet wurden.

Schüler 1935

„Im Herbst 1933 waren mindestens 15 Jungen jüdischen Glaubens als Schüler am Paulsen-Realgymnasium angemeldet. Im Zuge der Umsetzung des antijüdischen „Gesetzes gegen die Überfüllung der deutschen Schulen und Hochschulen“, das am 25.April 1933 von den Nationalsozialisten erlassen wurde, mussten mindestens 13 dieser jüdischen Schüler die Schule verlassen. Ihnen war damit die Erlangung einer höheren Bildung generell nicht mehr möglich.
Über das Schicksal des ehemaligen Schülers Alfred Hoffmann, geboren am 19.11.2917 in Greiffenberg/ Pommern ist nachweislich bekannt, dass er im Februar 1943 von Berlin aus ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.
Über das Schicksal der anderen 14 Schüler jüdischen Glaubens am Paulsen-Realgymnasium im Jahre 1933 ist bis heute nichts bekannt.
Die Ideen und Gepflogenheiten der Nationalsozialisten prägten ab 1933 zunehmend auch den Schulalltag am Paulsen-Realgymnasium und hatten Auswirkungen auf die Erziehung und Bildung der Schüler. Das führte unter anderem auch dazu, dass eine zunehmend größere Anzahl von Abgängern des Paulsen-Realgymnasiums nach dem Schulabgang eine militärische Laufbahn eingeschlagen haben. War es 1933 nur ein Schüler, waren es 1934 bereits 10 Schüler, das entsprach 10 % der Abgänger und 1935 waren es 14 Schüler, was 17 % der Abgänger entsprach.“
 

Der Text stammt aus der "Besonderen Lernleistung im Abitur" einer ehemaligen Schülerin (Abiturjahrgang 2015), die im Rahmen ihrer Arbeit zum nationalsozialistischen „Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen“ vom 25.April 1933 und seiner Umsetzung anhand des Schicksals ausgewählter Schüler des Paulsen-Gymnasiums geforscht hat.


 

   
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