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Festschrift

An dieser Stelle kann nur ein grober Überblick über die unserer Schule gegeben werden. Wenn Sie sich für eine detaillierte Einsicht interessieren, empfehlen wir Ihnen die Festschrift zum 100jährigen Jubiläum des Paulsen-Gymnasiums, diese kann im Sekretariat zum Preis von je € 10.- erworben werden.




In der Kaiserzeit 1908 - 1918

 

Am 10. November 1908 wurde das Paulsen-Realgymnasium gegründet. Ein Realgymnasium war seinerzeit eine Schule mit Latein, bot die Schule kein Latein an, war es eine Realschule.

Erster Schulleiter war der Oberlehrer Dr. Georg Pralle von 1908 - 1918. Mit nur fünf Klassen, fünf Oberlehrern und einem Zeichenlehrer begann der Unterricht. Anzumerken ist allerdings, dass es sich bei den Klassen ausschließlich um Jungenklassen handelte.

Ehrfurcht vor der Vergangenheit, Kraft zur Zukunft. Diesen Spruch, der einem der grundlegendsten Werken Friedrich Paulsens entnommen ist, finden wir noch heute über dem Eingang auf der Hofseite und er ist heute noch genauso gültig wie damals.

Neben einem Chor gab es 1910/11 schon einen Schülerturn- sowie einen Schülerschwimmverein. 1913 kam dann ein Bläserchor hinzu. Schülerfahrten gab es dann ab 1912, u.a. nach Lehnin, Chorin, in den Spreewald oder in die sächsische Schweiz.


 


 

In der Weimarer Republik 1919 - 1933

 

Prof. Otto Wolfrum wurde 1919 neuer Leiter der Schule bis er 1928 in den Ruhestand trat.

Dritter Direktor wurde Dr. Walther Dietrich von 1928 bis 1933, der dann von den Nazis aus dem Dienst verwiesen wurde.

Nach dem ersten Weltkrieg ging es wie an allen höheren Schulen zunächst heiß her. Schulgemeinschaft, Schülerräte oder Schülerausschuss wurden auch am PRG (Paulsen-Realgymnasium) erprobt, letztendlich wurde aber nur ein Schülerausschuss gebildet. Dennoch vertrat der damalige Leiter der Schule recht moderne Auffassungen, was ihm nicht nur Lob einbrachte.

Eine Schülerselbstverwaltung bestand auch 1930 noch nicht. Man wählte Vertrauensschüler, die u.a. über Klassenfahrten berieten. Die Primaner (Unterprimaner = 12. Klasse und Oberprimaner = 13. Klasse) beteiligten sich an den Pausenaufsichten. Andere Schüler wirkten in den Sammlungen oder in der Bücherei, andere pflegten den Schulgarten oder die Terrarien. Freiwillig versammelte man sich nach dem Unterricht in der Aula, um den Berichten von Schulkammeraden zuzuhören.

Seit 1919 gibt es einen Elternbeirat, der in ähnlicher Weise das Schulleben mitgestaltete, wie es heute der Fall ist. Schon damals bildete der Beirat den Kern des "Vereins der Freunde", der bis in unsere Tage hinein Bestand hat.

Auch damals wurde schon der Schülerruderverein gegründet, der ohne Unterbrechung bis zur Gegenwart Bestand hat.



 

In nationalsozialistischer Zeit 1933 - 1945

 

Die Feier zum 25jährigen Bestehen der Schule hat im August 1933, also nur kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, unter dem neuen Leiter Dr. Max Vanselow stattgefunden.


Die Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges war auch für die Paulsenschule eine schlimme Zeit. Der Unterricht wurde fortan mit dem vorgeschriebenen deutschen Gruß eröffnet. Insgesamt war die "nationalsozialistische Erziehung an der Paulsen-Oberschule trotz einiger widerstrebender Elemente recht fruchtbar." Es gab aber auch Widerstand gegen das damalige Regime. So ist bekannt, dass ein Lehrer äußerte : "Ich lehre keine Parteigeschichte, ich gebe Geschichtsunterricht".

Im Jahre 1934 waren 543 Schüler an der Schule, im Jahr 1940 waren es dann schon 802 weiterhin ausschließlich männliche Schüler, die von 33 Lehrern unterrichtet wurden.

Schüler 1935

„Im Herbst 1933 waren mindestens 15 Jungen jüdischen Glaubens als Schüler am Paulsen-Realgymnasium angemeldet. Im Zuge der Umsetzung des antijüdischen „Gesetzes gegen die Überfüllung der deutschen Schulen und Hochschulen“, das am 25.April 1933 von den Nationalsozialisten erlassen wurde, mussten mindestens 13 dieser jüdischen Schüler die Schule verlassen. Ihnen war damit die Erlangung einer höheren Bildung generell nicht mehr möglich.
Über das Schicksal des ehemaligen Schülers Alfred Hoffmann, geboren am 19.11.2917 in Greiffenberg/ Pommern ist nachweislich bekannt, dass er im Februar 1943 von Berlin aus ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.
Über das Schicksal der anderen 14 Schüler jüdischen Glaubens am Paulsen-Realgymnasium im Jahre 1933 ist bis heute nichts bekannt.
Die Ideen und Gepflogenheiten der Nationalsozialisten prägten ab 1933 zunehmend auch den Schulalltag am Paulsen-Realgymnasium und hatten Auswirkungen auf die Erziehung und Bildung der Schüler. Das führte unter anderem auch dazu, dass eine zunehmend größere Anzahl von Abgängern des Paulsen-Realgymnasiums nach dem Schulabgang eine militärische Laufbahn eingeschlagen haben. War es 1933 nur ein Schüler, waren es 1934 bereits 10 Schüler, das entsprach 10 % der Abgänger und 1935 waren es 14 Schüler, was 17 % der Abgänger entsprach.“
 

Der Text stammt aus der "Besonderen Lernleistung im Abitur" einer ehemaligen Schülerin (Abiturjahrgang 2015), die im Rahmen ihrer Arbeit zum nationalsozialistischen „Gesetz gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen“ vom 25.April 1933 und seiner Umsetzung anhand des Schicksals ausgewählter Schüler des Paulsen-Gymnasiums geforscht hat.


 




Von 1945 - 1982

Wärend des Krieges starben fast 250 Schüler und Lehrer der Paulsen-Oberschule sinnlos. Am 1. Juni 1945 beginnt mit 118 Schülern wieder der Unterricht in den nur notdürftig instandgesetzten Räumen der Paulsenschule.

Jetzt folgten zunächst Jahre der Improvisation. Auch bei der Besetzung des Schulleiters ging es sehr chaotisch zu. Dr.Vanselow konnte es nicht mehr sein, Dr. Dietrich hatte nach dem Krieg die Altersgrenze schon überschritten. Zunächst war Dr. Deiters, dann 1946 Dr. Altenberg und 1948 Dr. Becker Schulleiter der Schule.


Eine kontinuierliche Entwicklung der Schule setzte erst wieder ab August 1949 ein. Der Leiter war nun Dr. Werner Bloch. Dieses Amt hatte er bis zur Altersgrenze 1955 inne. Ihm folgte sein Stellvertreter.


Dr. Hans Frerk war Schulleiter von 1955 bis 1958.

Die Schülerzahl stieg nun wieder aber die radikalste Veränderung war der Einzug der Mädchen in die Paulsen-Oberschule. Dank des Einsatzes der Direktoren erhielt die im Krieg ausgebrannte Aula wieder ein Dach. 1951 waren alle Klassenräume wieder hergestellt, die Chemie- und Biologieräume sowie der Zeichensaal wurden eingerichtet und 1957 wurde die instandgesetzte Aula feierlich eingeweiht.

Nach dem 50jährigen Jubiläum im Jahre 1958 wurde die Turnhalle fertig gestellt.

Schüler einer 9.Klasse (1958)

 

 

Von 1958 bis 1970 leitete dann Helmut Dybowski die Schule, der hier zuvor als Stellvertreter tätig war. Dies war auch die Zeit der Studentenbewegung und auch an der Paulsenschule bewegte sich einiges. Streikaufrufe, schwarze Bretter, Resolutionen waren neben dem ganz normalen Unterricht an der Tagesordnung. 1970 ging Herr Dybowski in den Ruhestand, aber die Probleme an der Schule blieben und spitzten sich mit dem neuen Schulleiter zunächst noch zu bis sie dann endgültig gelöst werden konnten.

Schülergruppe um 1970

 

OStD Kurt Pfeiffer - Schulleiter 1970 - 1977

Im weiteren Verlauf kam es zur Reform der Oberstufe - von der 11. Klasse an gab es keine Klassenverbände mehr und Unterricht bis zur 10. Stunde. Da blieb kaum noch Platz für das, was an Schule Spass machen soll.

 

OStD Jordan - Schulleiter 1977 - 1982

In seiner Zeit entwickelte sich das außerunterrichtliche Schulleben besonders erfreulich. Der Chor begann wieder seine Arbeit, der Bläserchor wurde neu belebt, ein Schultheater entstand, die Sportanlage wurde gestaltet und im ganzen Haus wurde gemalert. 1973 wurde erstmals das Abitur bei 9 Schülern abgenommen. 1977 gab es mit nur 3 Schülern das kleinste Abitur an der Schule. 1981 hatte die Schule über 800 Schülerinnen und Schüler.

Kollegium 1978

 


 



Von 1982 bis 2008

Von 1982 bis 2008 leitete Dr. Jobst Werner das Paulsen-Gymnasium. Herr Dr. Werner war somit der 13. Schulleiter dieser Schule und in seiner Zeit fand 2008 die 100-Jahrfeier des Paulsen-Gymnasiums statt.

Im Jahre 1984 unterrichteten 62 Lehrkräfte und 13 Studienreferendare an der Schule. Erst ab 1986 wurde es üblich, nur noch einmal im Schuljahr das Abitur abzulegen. 1986 startete die Schülerzeitung "Paulsen-Times" und es wurden die ersten PC für Schüler installiert, 1987 wurde dann der erste "Paulsen-Wein" im Schulgarten geerntet. Seit 1985 besteht die Schulpartnerschaft mit der Hall Mead School in Upminster. 1988 betrug die Schülerzahl nur noch 434, es gab 6 Schafe, 10 Hühner, 1 Hahn, 6 Falken und noch einiges mehr. Im gleichen Jahr waren es noch 56 Lehrkräfte an der Schule.

Nach der Öffnung der Mauer im Jahre 1989 entwickelte sich mit der Gerhard-Hauptmann-Oberschule aus Köpenick eine enge Schulpartnerschaft, die bedauerlicherweise aber wieder zurückgegangen ist.

Seit 1984 erfolgt die Kooperation mit der Fichtenberg-Oberschule. Im Jahre 1996 wurde die Cafeteria eröffnet, die sich noch heute großer Beliebtheit erfreut. Ab 1998/99 wird das zweiwöchige Betriebspraktikum durchgeführt. Ab dem Schuljahr 2002 gibt es je Jahrgang eine Profilklasse "Englisch", die von den Jahrgängen 7 bis 10 gebildet wird. Ab dem Jahr 2004 heißt unsere Schule offiziell Paulsen-Gymnasium.

Das Kollegium im Schuljahr 2007/2008

 

 


 

2008 bis 2018

 


Ab dem Schuljahr 2008/2009 war Frau van Rinsum als erste Frau Schulleiterin des Paulsen-Gymnasiums. Seit 2010 werden im Wechsel 3 oder 4 neue 7. Klassen aufgenommen. Im Schuljahr 2011/2012 hatte die Schule insgesamt 643 Schülerinnen und Schüler, die von 48 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet wurden.

Im Jahr 2012 wurden der ehemalige Physikhörsaal sowie der Bio-Chemieraum komplett neu umgebaut. Beide Räume sind nunmehr als Experimentalräume mit Strom- Gas- und Wasseranschluss sowie mit Anschluss an das Internet an jedem Schülerarbeitsplatz nutzbar. Zudem verfügen beide Räume über ein interaktives Smartboard. Seit dem Schuljahr 2009/2010 werden Stück für Stück die Fachräume im Bereich Informatik mit neuen Computern ausgestattet. Gleichsam hat logoDIDACT-Linux-Server den bis dahin nur unzuverlässig und in die Jahre gekommenden Windows2000-Server abgelöst, sodass die Schule erstmals über ein pädagogisches Netzwerk mit diesem Linux-Server verfügt. Auch das WLAN wurde in dieser Zeit eingerichtet, so dass alle mobilen PCs der Schule (Notebooks) einen drahtlosen Zugang zum Internet haben.

Am 22. März 2012 wurde die komplett renovierte und neu ausgestattete Aula der Schule eingeweiht. Diese ist nun nicht nur heller und freundlicher, sie kann nun auch als Multifunktionsraum für Theater- oder Choraufführungen, genauso wie für Elternveranstaltungen oder als Prüfungsraum für das schriftliche Abitur genutzt werden. Neben einer neuen Bühnenanlage mit Licht- und Akustikanlage wurde auch eine 3m x 4m große Leinwand für den Beamer integriert.

Am gleichen Tag wurde auch die neue Mensa, die nicht nur "grün" sowohl im Inneren als auch von außen aussieht, sondern auch in der "grünen" Umgebung des Schulgarten steht, offiziell übergeben. Nunmehr ist es möglich, jedem Schüler und auch jedem Mitarbeiter ein warmes Mittagessen anbieten zu können.

Ein Aufzug und der Bau einer Rollstuhlrampe am Haupteingang machen seit dem Schuljahr 2011/2012 nun auch einen barrierefreien Zugang zur Schule möglich.

Mit dem Schuljahr 2011/2012 wurde ein weiteres Profil an der Schule eingerichtet. Neben dem bilingualen-Englischprofil können die Schülerinnen und Schüler mit der 7. Klasse auch das naturwissenschaftlich Profil oder das allgemeine Profil wählen.

Im September 2014 wurde das Paulsen-Gymnasium mit der Peter-Joseph-Lenné-Medaille ausgezeichnet und erhielt den Titel „Lenné-Schulgarten Berlin 2014“.

Im Schuljahr 2015/2016 wurde erstmals eine Willkommensklasse an unserer Schule für Flüchtlingskinder und Jugendliche eingerichtet. Im gleichen Jahr erhielten zwei weitere Räume, der Englich- und der Geschichtsfachraum, ein modernes Smartboard. Für den interaktiven und wohl auch zeitgemäßen Unterricht wurden 34 Tablets für die künftige Nutzung ab dem Schuljahr 2016/2017 angeschafft. Seit Ostern 2016 ist auch die schuleigene Cloud online, so dass nunmehr jeder Schüler und jede Schülerin aber auch alle Lehrer schnell Cloudspeicher nutzen können. Übrigens wurde die Cloud auf einen eigenen Server in der Schule realisiert. Schon am Ende des Schuljahres 2014/2015 begannen umfangreiche Modernisierungsarbeiten an den Sanitäranlagen der Schule, die 2015 erfolgreich beendet wurden.
 
 


 

Seit dem Schuljahr 2018/2019 ist Herr Kloppe-Langer der neue Schulleiter des Paulsen-Gymnasiums.

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

   
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