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U-18 Wahlen am Paulsen Gymnasium mit einem überraschendem Ergebnis. Ein Kommentar von André Salem, Lehrkraft am Paulsen Gymnasium

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Bereits zu Beginn des neuen Schuljahres fanden die U-18 Wahlen am Paulsen Gymnasium statt – und fördern ein überraschendes Ergebnis zu Tage, was sicherlich nicht so leicht zu interpretieren sein dürfte. Zunächst seien die Tatsachen angesprochen: die Wahl gewonnen haben die Grünen mit 86 Stimmen (von insgesamt 397 abgegebenen Stimmen). Gefolgt wird dieses Ergebnis allerdings sogleich von der CDU, die unter der Schülerschaft 79 Stimmen verbuchen konnte. Erst auf dem dritten Platz erscheint die SPD (78 Stimmen); das Feld danach teilen sich die Tierschutzpartei mit 31 Stimmen, Die Partei (26 Stimmen), Die Linke (25 Stimmen), die Piraten (22 Stimmen), die FDP (21 Stimmen), die AFD (11 Stimmen), die Deutsche Kommunistische Partei (4 Stimmen) und schließlich die NPD mit immerhin noch 1 Stimme. Weitere Parteien sind nur marginal vertreten. Der Trend an den übrigen Berliner Schulen:
Mit über 20 Prozent der Stimmen stellen SPD und Grüne die stärksten Parteien dar; weit dahinter folgen die CDU (14,5 Prozent), die Linke (10,5 Prozent), die Tierschutzpartei (8,6 Prozent), die Piraten (6,3 Prozent). Die sonstigen Parteien zusammen kommen auf 14,3 Prozent. Wie darf/kann man das Ergebnis an unserer Schule einordnen? Dass die Grünen wiederum die stärkste politische Kraft wurden uns somit hoch im Kurs der Schülerinnen und Schüler am Paulsen Gymnasium stehen, mag die ältere Generation vielleicht etwas wundern – mit Blick auf die Ziele der Grünen und den immer noch jugendlichen „Touch“ dieser Partei sicherlich nicht; dies gilt in meinen Augen auch für das Ergebnis von Die Partei, Die Linke und den Piraten. Die Tatsache, dass die Tierschützer-Partei 31 Stimmen erhalten haben, muss man wohl ebenso deuten und schließlich ist der Tierschutz auch ein wichtiges politisches Anliegen. Doch wieso wurde die CDU ausgerechnet so unter den jungen Wählerinnen und Wählern so stark?! Nun – schauen wir uns einmal die Lage unserer Schule an, dann erklärt sich das hohe Abschneiden der CDU (und das Abschneiden der anderen Parteien vorrangig durch die Podiumsdiskussion kurz vor den Sommerferien: diese fand durch die Fragen der Schülerinnen und Schüler hervorragend vorbereitet statt; die Politikerinnen und Politiker (von CDU, SPD, Grünen, Die Linke und den Piraten) – allesamt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf aktiv – wurden zu den Themen wie Bildung und Schule, Verkehr und Umwelt, aber auch etwa Jugend, Sport und Soziales befragt. Und, ganz klar, stand über allem die Frage, warum ein junger Mensch denn diese oder jene Partei wählen sollte?! So erklärt sich meiner Meinung nach das gute Abschneiden der Grünen an unserer Schule auch durch die eindeutigen Statements im Hinblick auf den Umweltschutz und besonders den Ausbau des Radverkehrs; das gute Abschneiden der CDU wiederum kam sicherlich auch aufgrund der bildungsbürgerlichen Umfelds hier im Stadtteil Steglitz zustande. Dass die SPD nur die drittstärkste Kraft wurde, erklärt sich sicherlich auch mit dem Image mancher der Lokalpolitiker dieser Partei, die auf der Podiumsdiskussion gerade auch mit Blick auf schul- und bildungspolitische Themen nicht wirklich überzeugen konnten – so zumindest Stimmen der Schülerinnen und Schüler selbst. Die FDP und AFD (beide nicht eingeladen, da zu dieser Zeit nicht im Berliner Abgeordnetenhaus vertreten) haben mit Sicherheit der CDU – wie bei der Abgeordnetenhauswahl selbst! – einige Stimmen weggenommen. Ich finde unser schulinternes Ergebnis insbesondere deshalb so spannend, weil ich persönlich mit dem recht starken Abschneiden mancher Parteien nicht gerechnet habe und weil man mit Blick zumindest auf die Schülerinnen und Schüler am Paulsen Gymnasium so manches Cliché nicht bestätigen kann: die Jungen wählen eher links und die Alten eher konservativ…!

 


 

Parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren:

Bericht der GO-Exkursion zum Deutschen Bundestag

Am 19.01.2016 begaben sich verschiedene PW- und SW-Kurse des Paulsen Gymnasiums unter Leitung von Frau Frederichs, Frau Oettinger und Frau Fröhlich zum Deutschen Bundestag, um dort an einem Planspiel teilzunehmen.


Das Planspiel simulierte den Weg der Gesetzgebung. Komplexe Planungs-, Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse wurden nachvollzogen und von den Schülern und Schülerinnen erlebt. Dies galt insbesondere für die Verfahrensregeln, denen die Geschäftsordnung des Bundestages zugrunde liegt. Gemeinsam lernten wir die Organe und Abläufe des Parlamentes kennen und verstanden seine Funktion als Ort der Vertretung widerstreitender legitimer Interessen und der Entscheidungsfindung per Mehrheitsvotum. Die Simulation machte die Mechanismen der Willensbildung in Fraktionen, Ausschüssen und im Plenum erfahrbar. Zugleich erlebten die Jugendlichen das Wechselspiel von Koalition und Opposition. Dadurch wurden die Möglichkeiten und Grenzen der parteipolitischen Interessendurchsetzung in einem parlamentarischen System deutlich.


Unser Tag startete mit einer Führung durch das Reichstagsgebäude, bevor wir in verschiedenen Fraktionssitzungen und Plenardebatten über „Chancengleiche Bewerbungen“ diskutierten und versuchten, ein Gesetz zu beschließen. Nach langen und hitzigen Diskussionen kam es gegen 14 Uhr zu einer Einigung, woraufhin wir uns das Mittagessen, welches wir auf Einladung des Deutschen Bundestages im Besucherrestaurant einnehmen durften, redlich verdient hatten.


Den krönenden Abschluss fand unser Tag bei der anschließenden Besichtigung der Reichstagskuppel. Erschöpft von dem lehrreichen Tag genossen wir unseren Blick über Berlin, bevor wir uns in den wohlverdienten Feierabend verabschiedeten.



Bericht von Sarah Fröhlich

 


Vom 21.04.2015 bis zum 24.04.2015 fand für die Schüler der Leistungskurse Politikwissenschaften, Sozialwissenschaften und Geographie eine Kursfahrt nach Straßburg an, welche vomPresse- und Informationsamt der Bundesregierung organisiert und finanziert wurde. Herr K.-G. Wellmann, MdB (für den Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf) hatte speziell Schüler*innen des Paulsen-Gymnasiums zu dieser Informationsfahrt eingeladen.


Nach einer elfstündigen Anreise kam die Reisegruppe im Hotel in Straßburg an. Die Stadt konnte von Beginn an Eindruck hinterlassen. Neben der Altstadt im inneren Bereich der Stadt, deren Bauwerke zu großem Teil aus dem Mittelalter und der Frührenaissance stammen, konnten große Teile der Stadt mit moderner, kreativer und hochwertiger Architektur überzeugen. Neben Brüssel und Luxemburg ist Straßburg eine der drei Hauptstädte Europas und Sitz des  EU–Parlaments  und des Europarats. Auch für Studenten, welche mit einer Anzahl von etwa 47000 fast 20% von Straßburgs Einwohnerzahl ausmachen, ist die Stadt ebenfalls ein attraktiver Standort für den Hochschulbesuch.



Nach der ersten Übernachtung begann das Programm mit einem Besuch des Europarats, der 1949 gegründeten und somit ältesten Politikinstitution Europas. Im Europarat treffen sich Abgeordnete der 47 Mitgliedsstaaten um über politische Fragen und Probleme Europas zu debattieren. Beim Besuch des Europarats war den Teilnehmern der Fahrt die einmalige Gelegenheit geboten, den Plenarsaal zu besuchen und eine laufende Debatte über die Lage in der Ukraine von den Zuschauerrängen zu verfolgen. Die vorwiegend benutzten Sprachen in den Debatten sind Englisch und Französisch. Da jedoch jeder Teilnehmer das Recht hat in seiner Landessprache vorzutragen, sitzen in Kabinen neben dem Plenarsaal Dolmetscher, sodass alle gesprochenen Amtssprachen der Mitglieder in die Amtssprachen der anderen Mitglieder übersetzt werden können. Die gewünschte Übersetzung kann über Kopfhörer von jedem Platz aus angehört werden.
Außerdem folgte noch am gleichen Tag ein Stadtrundgang durch die Altstadt, bei der insbesondere das Münster, die größte Kirche der Stadt, besichtigt wurde.
Am nächsten Tag stand zunächst der Besuch des EU–Parlaments, welches ebenfalls wie große Teile der Stadt mit besonderer Architektur beeindruckte, an. Die Abgeordneten im EU–Parlament werden alle fünf Jahre durch Europawahlen ermittelt. Anhand der Einwohnerzahlen der Mitgliedsstaaten wird festgelegt, wie viele Abgeordnete die jeweiligen Mitgliedsstaaten stellen können.  Mit 96 Abgeordneten ist Deutschland derweil am stärksten im EU–Parlament vertreten. Mit Martin Schulz ist zudem ein Deutscher der Präsident. Da derzeit 180 Parteien im EU–Parlament vertreten sind, wird im Plenarsaal in sieben Fraktionen aufgeteilt. Diese werden anhand der politischen Orientierung der Abgeordneten gebildet. Eine weitere Gruppe bilden außerdem die Fraktionslosen, zu welcher Abgeordnete gehören, welche keiner Fraktion angehören. Dort ist z. B. die NPD zu finden. Seinen Sitz hat das Parlament übrigens in Straßburg, da Straßburg an der Grenze zu Deutschland liegt und dies ein Symbol der Versöhnung der ehemaligen Streitparteien Frankreich und Deutschland darstellt. Auch im Parlament hatten die Fahrtteilnehmer die Möglichkeit den Plenarsaal zu besuchen. Zum Besuchszeitpunkt fand gerade eine Euroscola – Sitzung statt. Bei der Euroscola haben Schüler aus der EU die Möglichkeit eine Parlamentssitzung nachzuspielen. Vor allem das Abstimmungssystem im Plenarsaal konnte beobachtet werden. Zur Abstimmung konnten Knöpfe für die Antworten „ja“, „nein“ und „Enthaltung“ gedrückt  werden. Das Ergebnis kann schon nach wenigen Sekunden auf Bildschirmen präsentiert werden.
Anschließend stand ein Besuch des Eurokorps, einem militärischen Bund von Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Spanien, an. Diesem wird ab 2016 außerdem Polen als sechste Rahmennation im Militärbund angehören. Eine mögliche Aufgabe des Eurokorps ist die militärische Ausbildung von Soldaten in Kriegsgebieten wie Mali oder auch der direkte Kampf gegen Bedrohungen. Leider konnte eine Diskussion über den Sinn militärischer Einsätze von einigen Militärkritikern mit einem Soldaten aufgrund bestehender Diskrepanzen zu keinem Ergebnis führen.
Zum Abschluss gab es eine Schiffsrundfahrt auf der Ill,  bei welcher Straßburg noch einmal bewundert werden konnte.
Insgesamt kann die Kursfahrt nach Straßburg  als eine für politisch interessierte Schüler sehr erlebnisreiche und lehrreiche Exkursion angesehen werden, von der jeder etwas mitnehmen konnte. An dieser Stelle gilt es sich beim Presse-und Informationsamt der Bundesregierung zu bedanken, welches die Fahrt ermöglicht hat.


Von Anastasiya G., Jonas M. und Joel L.
LK Geo Q2

 

 

 

 

 

 

   
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