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Philosophie-Kurs am 25.11.2015 im Kino: "Dark Lullabies"

Mit dem Philosophiekurs Q1 von Herrn Gröschel haben wir am Mittwoch, den 25.11.2015 eine Exkursion in das 'Arsenal-Kino' gemacht und wir haben den Film "Dark Lullabies" gesehen. Der Film handelt von der zweiten Generation nach dem zweiten Weltkrieg. Die Hauptfigur ist eine Frau, deren Eltern beide in Konzentrationslagern untergebracht waren. Sie wurden später wieder vereinigt, bekamen eben diese Tochter und emigrierten in die USA. Unsere Hauptfigur hatte nicht viel von jener Schreckenszeit gewusst, bis sie ein Manuskript mit den Erfahrungen ihres Vaters zu lesen bekam. Dieses weckte in ihr den Wunsch, mehr über die furchtbaren Erlebnisse ihrer Eltern zu erfahren. Sie begibt sich auf eine Reise, erst nach Israel, dann nach Deutschland und führt Gespräche und Interviews mit anderen Kindern von Überlebenden. Sie unterhielt sich sowohl mit anderen Kindern von ehemaligen Gefangenen, als auch mit Kindern von Tätern und Menscen der Neonaziszene. Sie stellt sich und den anderen die Frage, wie die zweite Generation mit der Geschichte ihrer Eltern umgeht, wie es sein konnte, dass diese Menschen gleichzeitig liebevolle Väter, Menschen, sein konnten und zur gleichen Zeit sobald sie zur Arbeit gingen so vieler Menschen Tod verursachten.
Der Film verbindet Originalbilder aus den Konzentrationslagern mit Interviews, die die Regisseurin führt. Es gab viele eindrucksvolle Szenen, die dem Zuschauer den Schrecken näher bringen, ihn jedoch soweit in der Distanz lassen, wie es die zweite Generation nun eben war.
Die Antworten, die sie auf ihre Fragen erhält sind alle ziemlich verschieden, doch ist ihnen allen etwas gemeinsam: Keiner versteht wirklich, wie es damals passieren konnte. Eine der Ausreden, auf die sie bei ihren Befragungen mehrmals stößt, ist, dass man sich so sehr aus der Verantwortung zog, dass man nur den Befehlen folgte und den Menschen beigebracht wurde, dass jene Befehle über aller Moral standen. Man gab die Verantwortung an den nächst-höheren Vorgesetzten ab und schaltete sein Bewusstsein dafür ab, dass die Menschen in den KZs genau so Menschen waren, wie ihre Familien zuhause.
Nach dem Sehen des Films haben wir als Philosophie-Kurs mit der Filmwissenschaftlerin Frau Schlüter über den Film und unsere Gedanken zu Schuld, Verantwortung und dem "Bösen" diskutiert. Auch wir kamen zu dem Schluss, dass man sich als Mensch in der heutigen Zeit gar nicht vorstellen kann, wie so etwas damals hatte passieren können. Auch wir kamen zu dem Schluss, dass es das "rein Böse" eben wohl doch durch das Abschieben der Verantwortung für eine böse Tat besteht und das Leugnen der Menschlichkeit der Opfer die Hemmschwelle, Böses zu tun, geringer wird.
Man kann wohl für den ganzen Kurs sprechen wenn man sagt, dass der Film sehr bewegend war und uns eine neue Sicht auf die Geschichte eröffnet hat.

Marcellina, Q1

 

 

   
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