Am 24.03.2017 begab sich der Jahrgang der Q2 unter der Begleitung von Frau Jacobs, Frau Vehlow, Frau Schuster und Herrn Barsties gemeinsam mit 30 Schüler_innen und zwei Kolleginnen der Fichtenberg-Oberschule zur ganztägigen Exkursion zur Leipziger Buchmesse, um dem Betrieb der literarischen Öffentlichkeit nachzugehen.

Giulia Weidner, Q2
Die Leipziger Buchmesse. Spaß am Lesen oder Spaßverderber?
Die Geschichte der Leipziger Buchmesse reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück und versucht seitdem das unterschiedliche Publikum zu begeistern und ist neben der Frankfurter Buchmesse die zweitgrößte Deutschlands. Anfangs standen nur die Bücher im Vordergrund, doch nun findet man auch anderes, wie Politik, Bildung oder sogar Mangas. Doch bei Letzterem spalten sich die Gemüter.
Am 24.03.2017 war die gesamte Q2 des Paulsen-Gymnasiums, wie seit vielen Jahren üblich, auf der Leipziger Buchmesse. Das Wetter schien sehr vielversprechend und die Motivation war groß. Schon kurz nach der Ankunft auf der Messe hatte sich der ganze Jahrgang aufgeteilt und in alle Richtungen verstreut. Da dieses Jahr das Lutherjahr ist, wurde die Religion sehr stark thematisiert. Es gibt fünf Hallen, wobei eine der Hallen vollkommen für die Manga-Comic-Con reserviert wurde. Hier konnte man die japanischen Comics oder die verrücktesten andere Dinge sehen. Viele waren kostümiert und die Kostüme schienen sich gegenseitig in Kreativität übertreffen zu wollen. Doch nicht alle scheinen dieser Gruppe positiv gegenüber zu stehen. Es wurde beklagt, dass die Ernsthaftigkeit anderer Themen darunter leiden würde, da es sehr ablenkend sein kann, wenn in einem Moment eine Lesung zu einem Thema wie Religion oder Weltpolitik gehalten wird und sich gleichzeitig Cosplayer mit verrückten Kostümen im Raum befinden. Doch eigentlich hielten diese sich die meiste Zeit in der Manga-Halle auf, dadurch mischten sich diese Gruppen meist nicht. Die Leipziger Buchmesse versucht dadurch auch auf Jugendliche und andere Gruppen attraktiv zu wirken.
In den anderen vier Hallen kann man nun noch vieles anderes sehen. Man kann sich über Politik informieren und die Möglichkeit etwas zu gewinnen motiviert dazu, sein Allgemeinwissen in einem Quiz auszutesten. Man kann viel über Religion erfahren,hierzu auch verschiedene Meinungen hören und sich selbst eine Meinung bilden. Es stellen sich auch verschiedene Universitäten vor. Natürlich gibt es auch viele Lesungen zu unterschiedlichen Themen, beispielsweise konnte man im Cafe Europa Lesungen von internationalen Verlagen hören. Viele anwesende Verlage gehen schon seit Jahrzehnten zur Buchmesse, da sie hier effektiv die Produkte den Buchhändlern und den Endkunden vorstellen können. Auch viele neue und junge Autoren können sich hier einen Namen machen und ihre Bücher unter die Leute bringen. Wenn man lieber sehr viel ältere Werke betrachten möchte, kann man auch zum Antiquariat gehen. Durch die vielen Verlage gibt es diverse Bücher, wie Fantasyromane oder auch Kinderbücher, es ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Je später es wird, desto mehr Leute strömen in die Messe, die Hallen füllen sich immer weiter und auch die Glashalle trägt zur allgemeinen Wärme bei. Für eine Pause kann man sich nun nach draußen begeben um den Menschenmassen wenigstens kurzzeitig zu entfliehen oder man kann sich an einem der vielen Essensstände etwas zu essen holen. Zwar sind die Hallen allgemein gut organisiert, doch trotzdem scheint alles sehr unübersichtlich. Beispielsweise waren nicht alle Universitäten in einer Halle, sondern sie waren etwas verteilt. Hier hätte man es den Leuten leichter machen können, wenn es etwas übersichtlicher aufgeteilt worden wäre, denn so wurde es einem erschwert sich nur über ein spezielles Thema zu informieren.
Alles in allem war die Buchmesse überwältigend und in manchen Momenten auch sehr anstrengend, doch es gab viele verschiedene Themen für alle Altersklassen und Interessensgruppen, so dass die Leipziger Buchmesse für jeden ansprechend ist und zum Lesen motiviert.

Vivien Ganz, Q2
Die Q2 auf den Spuren der aufbegehrenden Jugend der Leipziger Buchmesse 2017

Verschiedene Gesichter blitzen aus der Menge hervor. Menschen mit bunten Kostümen reihen sich um einzelne Stände, strecken ihre Hände begeistert nach Büchern jeglicher Art aus, hängen gespannt an den Lippen von Autoren, welche ihre Werke mit Leidenschaft teilen. Taschenbücher, gebundene Wälzer, alte Antiquariatsstücke: es ist alles vertreten, was das Herz eines Bücherschmökers erwärmt.
l20171Unwissend, was es zu erwarten gilt, lassen wir uns von den Strömen der Menge leiten, so viele verschiedene Eindrücke aufnehmend wie nur möglich. Es ist schwer, alles mit den eigenen Augen zu erfassen. Links schiebt sich eine Mangafigur an einem vorbei, rechts unterhalten sich unerfahrene Jungautoren über die bestmöglichsten Schreibprogramme, während ein kleiner Verlag laut und werbend um Aufmerksamkeit buhlt.
Wohin, wenn es so viel zu entdecken gibt? Dem Thema unseres Semesters entsprechend begeben wir uns auf die Spuren der stürmerisch und drängerischen Charakteristika, vertreten in den aufstrebenden Jungautoren. Einen Anhaltspunkt bildet der „Treff der Jungen Autoren“, welcher zu Ehren seines 30jährigen Jubiläums auf der Leipziger Buchmesse vertreten ist. Auf dem Weg zu dem ausgeschriebenen Stand kommt uns ein buntes Publikum entgegen. Während kleine Schulgruppe planlos durch die Gänge eilen, lassen sich ältere Menschen an vereinzelten Ständen Zeit, um mit den verantwortlichen Vertretern in ein informatives Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung sprüht von euphorischen Studenten, die mehr als nur interessiert daran sind, mit dem Publikum zu interagieren. Studenten einer der bekanntesten Universitäten Münchens konkurrieren mit ihrem Angebot an Studienvielfalt mit der Universität in Erlangen, indem sie sich auf unterhaltende Schlagabtausche einlassen. Insbesondere für unsere Altersgruppe ist dieses Thema von großer Interesse und auch Relevanz. Uns war bis zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, dass das Studienfach „Buchwissenschaften“ überhaupt existierte. Da es allerdings unsere Aufmerksamkeit erweckt, hören wir einem Interview über die verschiedenen Möglichkeiten und Erfahrungen in dem Bereich zu.
Das allgemeine Angebot der Leipziger Buchmesse ist überragend. Über fünf weitläufige Hallen verteilen sich die einzelnen Stände und Leseinseln. Für einen besseren Überblick sind die verschiedenen Hallen nach Themengebieten sortiert, so findet beispielsweise die Manga Convention in der ersten Halle statt. Somit kann jeder seinen Vorlieben nachgehen. Uns persönlich hilft diese Aufteilung sehr, um nicht den Überblick zu verlieren. Nichtsdestotrotz strömen wir um jeden Stand herum, durchqueren die Glashalle, welche alle Hallen miteinander verbindet, und legen eine Pause zwischen kulinarischen Essensständen ein. Doch recht schnell filtern wir eine Halle heraus, die sich insbesondere auf junge Autoren fokussiert. In einem Interview über Erfolgschancen in der Autorenbranche wird uns bewusst, dass das selbstbewusste und ambitionierte Auftreten jener Anfänger den Zügen des Sturm und Drangs ähnelt. Die allgemeine Tendenz der Autoren löst sich von der Gebundenheit an vertretende Verlage und wendet sich hin zum Self-publishing, um unabhängiger die eigenen Ziele verfolgen zu können. Jene Motive des Individuums und der Losgelöstheit strebten auch Stürmer und Dränger des 18. Jahrhunderts an.
Auch für weniger Literaturinteressierte eröffnet die Leipziger Buchmesse eine tolle Erfahrung, in andere Welten einzutauchen, sich inspirieren zu lassen oder einfach verschiedene Positionen auf sich wirken zu lassen. Denn neben dem breiten Genreangebot, sind auch Medien und Fernsehsender vertreten, um den immer stärker werdenden Einfluss der sozialen Netze auf den Menschen hervorzuheben.
Somit wird die Leipziger Buchmesse für jeden Schüler zu einem individuellen Erlebnis, das er selbst frei nach seinen Wünschen gestalten kann.

 

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Tom Wolf, Q2

Ritterkostüm trifft Sachliteratur. Leipziger Buchmesse mit Kreativität
Die Leipziger Buchmesse findet jedes Jahr auf dem neuen Leipziger Messegelände statt und ist die zweitgrößte Buchmesse Deutschlands. Sie hat alleine dieses Jahr 208.000 Besucher angezogen, was nicht zuletzt auch an der parallel stattfindenden Manga-Comic-Convention lag. Seit diese beiden Messen gleichzeitig stattfinden, stellt die Manga-Comic-Con ein Drittel der Besucher auf dem Messegelände. Heißt das, die Manga-Comic-Con verdrängt die Buchmesse als Hauptattraktion?
Nein, denn auch die Buchmesse knackt jährlich ihren Besucherrekord. Was man allerdings sagen kann, ist, dass sich die Manga-Comic-Con ergänzend auswirkt, da der Messekomplex es ermöglicht sich als Besucher einer Messe, auch in der jeweils anderen umzusehen. So kann es passieren, dass man bei der politischen Literatur auf eine eifrige Leserin mit rosa Haaren und Ritterkostüm trifft. Aber diese Mischung der Besucher, macht die Messe vielfältig, belebter und bei vielen beliebter.
Allerdings ist die Leipziger Buchmesse nicht auf Hilfestellung in Fragen Kreativität angewiesen.
Sie besitzt selbst ein großes Aufgebot. Ich sah einen Stand für den Buchdruck des 17.Jahrhunderts, dort wurden Texte, die ein Besucher nach Belieben zusammen stellen konnte, mit der Hilfe des Betreibers des Standes gedruckt. Dieser Vorgang wurde mit besonderem Interesse vieler Schüler verfolgt, die ganz gebannt von diesem Gerät einer längst vergangenen Epoche waren.
Ein weiterer Teil der Ausstellung bot eine Bildergalerie mit Fotos aus aller Welt, die von Journalisten gemacht wurden. Dort hing jedes dieser Bilder ohne das geringste Wort und doch war es, als hätte man die Geschichte über jedes Bild erzählt bekommen. Es ist wie man sagt: ,,Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Dieser Ort war durch schwarze Gardinen vom Rest der Halle abgeschottet, was die Konzentration der Besucher auf das jeweilige Bild lenkte.
Dieser Teil der Buchmesse war recht wenig besucht, vielleicht weil es nicht so viel Spektakel wie andere Vorstellungen bot. Dass nicht nur die Manga-Comic-Convention weiß, wie Verkleiden geht, zeigte eine Vorstellung von Schülern einer Österreichischen Schule über einen der wohl bekanntesten Deutschen in der Literatur: Johann Wolfgang von Goethe. Das Stück hieß ,,Goethe in Tirol“ und war ein Schauspiel mit musikalischer Begleitung und einer visualisierten Power Point Präsentation. Das Agieren dieser Schüler wirkte mit der gespielten Musik so überzeugend, dass man das Gefühl hatte, der Reise Goethes durch Tirol folgen zu können. Zum Beispiel eine Szene in der Goethe mit der Kutsche gefahren wurde und immer wieder um einen Stopp bat, um Steine aufzuheben, die er als besonders erachtete, nur um dann wieder ein kurzes Stück zu fahren und erneut mit dem Steine Sammeln zu beginnen. Dieses Schauspiel war anschaulich, da die Kostüme realistisch waren und die Musik an eine fahrende Kutsche erinnerte, zudem zeigte die Power Point Präsentation die Strecke, die die Kutsche genommen hatte.
Allerdings hatte diese Parallelveranstaltung (Buchmesse und Manga-Comic-Con) auch einen ganz entscheidenden Nachteil: Es fehlte der Situation, wenn z.B. eine Lesung stattfand, über den tragischen Tot vieler Flüchtlinge und dabei eine als Fee verkleidete Besucherin im Publikum saß, an Ernsthaftigkeit.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Manga-Comic-Convention eine gute Ergänzung für die Buchmesse ist, aber die Buchmesse sollte ihre eigene kreative Form wahren, denn diese hat einen markanten Stil, der einen Glücksfall für die Literatur darstellt, da sie so mehr Besucher anzieht.


Lea Prestin, Q2
Exkursion zur Leipziger Buchmesse 2017
Überwältigend, faszinierend und überlaufen. Mit diesen Worten lässt sich die Exkursion unseres Jahrgangs zur Leipziger Buchmesse am besten beschreiben.
In jeder der fünf verschiedenen Hallen des Messegeländes gab es verschiedene Schwerpunkte der
Ausstellungen. Von Mangas und Comics in Halle eins bis zu einem Antiquariat mit vielen interessanten alten Büchern, Karten und anderen Gegenständen in Halle drei.
Der literarische Schwerpunkt der Buchmesse lag in diesem Jahr bei Autoren und deren Werke aus
Litauen.
An vielen verschiedenen Standpunkten, wie „das blaue Sofa“ des ZDF oder anderen kleinen Leserunden konnte man an interessanten Vorlesungen teilnehmen, Interviews gespannt zuhören und Fragen stellen. Zu beobachten war ebenso, dass viele gemischte Altersklassen unterwegs waren. Somit ist sowohl für kleine Kinder in der Kinderbuch- und Märchenabteilung etwas zu finden, als auch für Erwachsene bei den Dramen, Romanen und Klassikern.
Durch diese gesamte Vielfalt an Verlagen, Autoren, Vorträgen und vielem mehr zum weitlaufenden
Thema der Literatur, schnappt man eine Menge neuer Eindrücke auf, welche man auch gern an
seine Familie und Freunde weitergibt, um sie zu motivieren der nächsten Leipziger Buchmesse
einen Besuch abzustatten.
Schlussendlich war der Ausflug eine tolle Erfahrung und ich hoffe, dass der nächste Jahrgang einen
genauso guten Eindruck bekommt wie wir dieses Jahr.

   
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